Compasso

Interview mit unserem Mitglied und Sponsor Suva

Suva als Arbeitgeber

Weshalb engagiert sich Ihr Unternehmen im Bereich berufliche Eingliederung?
Als Arbeitgeberin hat sich die Suva Leitlinien gesetzt,
• im Umgang mit ihren Mitarbeitenden,
• im Umgang mit der sozialpolitischen Verantwortung, die sie als Unternehmen wahrnehmen will.

Mitarbeitende der Suva, die wegen Krankheit oder Unfall in eine schwierige gesundheitliche Situation geraten, werden aktiv bei der Erhaltung ihrer beruflichen Integrationsfähigkeit und der Wiedereingliederung an ihren Arbeitsplatz unterstützt. Kann die berufliche Wiedereingliederung am bisherigen Arbeitsplatz nur teilweise oder nicht mehr erfolgen, werden frühzeitig andere Lösungen gesucht, welche für alle Beteiligten akzeptabel sind. Mitarbeitende mit einer gesundheitlichen Einschränkung sind in der Suva im Übrigen gleich gestellt und willkommen.

Die Suva kennt keine Nischenarbeitsplätze. Als Arbeitgeberin achtet sie jedoch nach Möglichkeit darauf, spezielle Einsatzmöglichkeiten, entsprechend den besonderen Leistungsfähigkeiten des Mitarbeitenden, zur Verfügung zu stellen. Zudem arbeitet Sie vor allem in der Logistik gezielt mit Institutionen zusammen, die sich auf die Beschäftigung von Menschen mit einer Behinderung spezialisiert haben.

Die Suva nimmt ausserdem ihre sozialpolitische Verantwortung wahr, indem sie Reintegrationspraktika zur Verfügung stellt. Die Praktikumsteilnehmenden werden von kantonalen IV-Stellen, regionalen Arbeitsvermittlungszentren oder einer anderen Einrichtung im Bereich der beruflichen Reintegration begleitet. Die Reintegrationspraktika ermöglichen den Teilnehmenden, eine aktuelle Referenz über ihre Leistungsfähigkeit in einem Dienstleistungsunternehmen zu erlangen. Die Reintegrationspraktika werden ohne Aussicht auf eine Anstellung bei der Suva bereitgestellt.

Wie sieht Ihr Engagement konkret aus? Welche Angebote/Services bietet Ihr Unternehmen seinen Mitarbeitenden? Gibt es einen Fokus?
Den Mitarbeitenden der Suva steht bei Krankheit das Angebot eines Betrieblichen Care Managements (BCM) unentgeltlich zur Verfügung. Die professionelle Reintegrationsunterstützung des BCM wird im Auftragsverhältnis durch einen Versicherungspartner der Suva erbracht. Das freiwillige Angebot wird den Mitarbeitenden durch den Vorgesetzten unterbreitet. Es kann auch präventiv eingesetzt werden, zur Erhaltung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit und Abwendung einer Langzeitabsenz.

Bei Unfall steht den Mitarbeitenden das Suva Care Management mit möglichem Einsatz eines Case Managers zur Verfügung.

Als Unterstützung für die Erhaltung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit stehen den Mitarbeitenden der Suva ferner:
• eine externe Beratung für persönliche und berufliche Fragen zur Verfügung. Die Beratung ist während 365 Tagen und 24 Stunden telefonisch erreichbar, auch aus dem Ausland;
• ein Familienservice für Notfälle bei der Betreuung von Kindern oder Angehörigen und bei der Haushaltsführung.

Warum haben Sie sich entschieden Compasso als Sponsor zu unterstützen? Welche gemeinsamen Ziele haben Sie mit Compasso?
Compasso deckt die Bedürfnisse der Arbeitgeber bezüglich Vernetzung der verschiedenen Akteure im Rehabilitationsprozess ab und bietet Lösungswege für die Reintegration von verunfallten und erkrankten Arbeitnehmern an.
Mit ihrem ganzheitlichen Schadenmanagement „Suva Care Management“ unterstützt die Suva insbesondere Schwerverunfallte bei der medizinischen Rehabilitation und der beruflichen Wiedereingliederung. Somit verfolgen wir das gleiche Ziel einer raschen Reintegration von betroffenen Menschen. Diese lohnt sich sowohl in gesundheitlicher, sozialer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

Können Sie eine „Erfolgsstory“ einer geglückten Ein- oder Wiedereingliederung erzählen?
Ein Suva Mitarbeitender geriet durch Krankheit in eine schwierige Situation. Die berufliche Reintegration konnte in angepasster Form erfolgen:
Der Mitarbeitende war 53 Jahre alt, als Sachbearbeiter mit Kundenkontakt tätig. Er hatte eine 100% Arbeitsunfähigkeit nach einem Schlaganfall im Herbst 2013. Die Genesung gestaltete sich betreffend die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit als schwierig und mit unsicherem Ausgang. Es wurden verschiedene Wiedereingliederungsmassnahmen in Zusammenarbeit mit der IV ergriffen. Nach 2 Jahren intensiver Zusammenarbeit der involvierten Personen (Mitarbeitender, Vorgesetzter, Care Manager, behandelnde Ärzte, IV), wurde der Arbeitsvertrag mit neuem Pensum (Teilarbeitsfähigkeit) angepasst. Für den verbleibenden Teil Arbeitsunfähigkeit sprach die IV eine Rente.

Was ist aus Ihrer Sicht als Arbeitgeber wichtig zu wissen zum Thema Prävention und Früherkennung?
Für die Suva als Arbeitgeberin sind folgende Aspekte von grosser Bedeutung:
• Für den Erhalt sowie die Förderung der Gesundheit sind Vorgesetzte und Mitarbeitende zu gleichen Teilen verantwortlich.
• Erfolgreich Krankheit und Unfall vorzubeugen oder sie früh zu erkennen, setzt ein konsequentes Absenzenmanagement voraus, das die gegenseitige Wertschätzung in den Mittelpunkt setzt. Hinhören statt wegschauen lautet die Devise.
• Je früher ein Vorgesetzter wiederkehrende gesundheitsbedingte Absenzen oder andere Auffälligkeiten thematisiert, bei denen er ein gesundheitliches Problem nicht ausschliessen kann, desto höher sind die Chancen für den Erhalt der Arbeitsfähigkeit des Mitarbeitenden.
• Vorgesetzte müssen offen mit ihren Mitarbeitenden über Probleme sprechen, auch darüber, wann welche Entscheidungen und Massnahmen auf Vorgesetzten-Seite, bzw. auf Mitarbeitenden-Seite zu treffen sind.
• Prävention und Früherkennung setzt auch das Hinschauen der Arbeitskollegen voraus. Zueinander schauen lautet hier die andere Devise.

Suva als Versicherer

Die Suva engagiert sich nicht nur als Arbeitgeber sondern auch als Versicherer für die berufliche Eingliederung. Beschreiben Sie kurz Ihre Rolle und Zusammenarbeit mit Unternehmen.
Das Thema Wiedereingliederung ist eines der Schlüsselanliegen der Suva. Mit der aktuell laufenden Wiedereingliederungskampagne zeigt die Suva, dass Menschen bessere Chancen auf Heilung und Wiedereingliederung haben, wenn sie nach einem Unfall frühzeitig und kompetent betreut werden. Diese Betreuung soll nicht nur von uns, sondern auch vom gesamten Umfeld erfolgen. Dazu gehören auch die Arbeitgeber. Unsere Mitarbeitenden unterstützen Betriebe bei längerdauernden unfallbedingten Absenzen und den sich daraus ergebenden Fragen rund um die berufliche Eingliederung. Je nach Bedarf findet diese Betreuung in einer unterschiedlichen Intensität statt. Dabei arbeitet die Suva eng mit der Invalidenversicherung zusammen, welche im Sozialversicherungssystem der Schweiz grundsätzlich für die Eingliederung zuständig ist.

Welche Tipps können Sie Unternehmen aus Ihrer Sicht als Versicherer geben?
Das Verhalten des Arbeitgebers trägt massgeblich dazu bei, dass die Wiedereingliederung positiv beeinflusst wird. Falls ein betroffener Mensch eine längere Zeit arbeitsunfähig ist, empfehlen wir dem Arbeitgeber:
• Nehmen Sie so rasch als möglich mit dem Verunfallten persönlich Kontakt auf
• Legen Sie zusammen mit dem Betroffenen die möglichen Etappen der Wiedereingliederung fest
• Bieten Sie Teilzeitarbeit im angestammten Bereich oder Schonarbeitsplätze an, die dem Gesundheitszustand Rechnung tragen
• Wählen Sie den Tag der Rückkehr bewusst – Donnerstag oder Freitag sind häufig sinnvoller
• Melden Sie den Unfall so rasch als möglich der Suva.
(04.11.2016)

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