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Suva: Wiedereingliederung von Verunfallten

Das Thema Wiedereingliederung ist für die nächsten Jahre eines der Schlüsselanliegen der Suva. Mit ihrer Kampagne zeigt die Suva, dass Menschen bessere Chancen auf Heilung und Wiedereingliederung haben, wenn sie nach einem Unfall frühzeitig und kompetent betreut werden. Nicht nur durch die Suva, sondern auch von ihrem gesamten Umfeld.

Die Mitarbeitenden der Suva unterstützen sowohl verunfallte Personen wie auch das involvierte Umfeld bei diversen Fragen rund um die berufliche Eingliederung. Ziel ist es, Verunfallte möglichst rasch wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern, denn die Perspektive einer raschen Rückkehr ins Berufsleben fördert auch den Heilungsprozess.

Falls eine Wiedereingliederungsproblematik vorliegt, betreut ein Case Manager den Schadenfall. Dieser entscheidet im Einzelfall, ob und in welcher Art ein Case Management wirkungsvoll und effizient ist. Dabei unterstützt er primär die Invalidenversicherung (IV), die verschiedene Eingliederungsmassnahmen vorsieht. Der Case Manager ist dafür besorgt, dass die IV frühzeitig von Fällen mit Wiedereingliederungsproblematiken erfährt und diese den Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen prüft. Basis dieser engen Zusammenarbeit mit der IV ist deren Rolle als primäre Eingliederungsversicherung im Sozialversicherungssystem der Schweiz.

Sollte seitens IV kein Anspruch auf Eingliederungsmassnahmen bestehen oder diese aus einem anderen Grund nicht aktiv werden, kann die Suva Leistungen im Rahmen der Anreize für betriebliche Wiedereingliederungen übernehmen. Ziel davon ist der Arbeitsplatzerhalt oder die Unterstützung bei einer Neuanstellung. Solche Eingliederungsleistungen sind beispielsweise Anpassungen des Arbeitsplatzes oder Ausbildungskurse. Voraussetzung für die Kostenübernahme durch die Suva ist neben einem ablehnenden Entscheid der IV ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis. Das heisst, dass die Einsparung dank der Massnahmen grösser sein muss als die damit verbundenen Kosten. Dank diesen Anreizen konnte die Suva bisher über 30 Millionen Franken an Rentenzahlungen einsparen, wovon wiederum die versicherten Betriebe in Form von tieferen Prämien profitieren.

Das Zusammenspiel und das Engagement aller externen und internen Beteiligten sind wichtig. Beispielsweise bestimmen Arbeitgeber durch ihr Verhalten massgeblich mit, ob die Wiedereingliederung positiv beeinflusst wird. Falls ein Mitarbeitender eine längere Zeit arbeitsunfähig sein wird, hat die Suva folgende Tipps für Arbeitgeber:

  • Nehmen Sie so rasch als möglich mit dem Verunfallten persönlich Kontakt auf.
  • Legen Sie zusammen mit dem Betroffenen die möglichen Etappen der Wiedereingliederung fest.
  • Bieten Sie Teilzeitarbeit im angestammten Bereich oder Schonarbeitsplätze an, die dem Gesundheitszustand Rechnung tragen.
  • Wählen Sie den Tag der Rückkehr bewusst – Donnerstag oder Freitag sind häufig sinnvoller als der Wochenbeginn.
  • Melden Sie den Unfall so rasch als möglich der Suva.

Auf der Webseite der Suva finden Arbeitgeber zudem Praxisbeispiele von erfolgreichen Wiedereingliederungen.

Auch Arbeitskollegen, Freunde und die Familie von Verunfallten tragen durch kleine Aufmerksamkeiten und positive Gespräche zu einer erfolgreichen Wiedereingliederung bei. Wir empfehlen neben regelmässigen Besuchen beispielsweise auch, sich über die Unfallfolgen zu informieren und den Verunfallten zu verschiedenen Aktivitäten zu motivieren.
(03.03.2017)

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