Compasso

AG Balmholz, c/o Frutiger Gruppe

Wie ist es zur Eingliederung gekommen? Arbeitgeber

Herr H. absolvierte in den 80er Jahren die Lehre zum Mechaniker im Werkhof der Frutiger AG. Bis auf einen kurzen Unterbruch war Herr H. immer für uns tätig. Er hat sich in dieser Zeit zu einem sehr geschätzten Arbeitskollegen und Mitarbeiter entwickelt. 2009 verletzte er seine Schulter bei einem Berufsunfall. 2012 hatte er einen Rückfall und war nur teilweise arbeitsfähig. Es folgte ein Herzinfarkt mit anschliessender Reha. Danach wurde das Karpaltunnelsyndrom diagnostiziert und eine weitere Schulteroperation kam dazu. Als die Erkrankungen und die Unfallfolgen abklangen, versuchten wir ihn wieder in seine ursprüngliche Tätigkeit zu integrieren. Wir merkten aber schnell, dass er seine frühere Leistungsfähigkeit nicht mehr erreichen konnte. Tätigkeiten wie repetitives Arbeiten über 10 kg, Überkopfarbeiten mit dem rechten Arm, Reparaturen an Anlagen ohne Beihilfe usw. waren nicht mehr möglich. Die Arbeit als Baumaschinenmechaniker erwies sich als zu anstrengend.

Wie ist es zur Eingliederung gekommen? Arbeitnehmer Herr H.

Seit über 30 Jahre arbeite ich nun für die Frutiger Gruppe genauer in der AG Balmholz. Der Berufsunfall vom November 2009 hat massgeblich zu der gezwungenermassen beruflichen Neuorientierung beigetragen. Dabei verletzte ich mich an der Schulter. Diese Verletzung behinderte mich immer wieder, bis ich schliesslich im 2012 wieder teileweise ausfiel. Die folgenden Erkrankungen gaben auch ihren Teil dazu, dass ich meine alte Leistungsfähigkeit nicht mehr erreichte. Zu Beginn wollte ich nicht akzeptieren, dass die Arbeit als Baumaschinenmechaniker nicht mehr möglich ist. Zu gross waren die Ängste und Sorgen, wie es weitergehen sollte. Anfangs 2015 war aber dann auch für mich klar, dass ich meinen alten Beruf nicht mehr ausüben kann.

Integrationsprozess

Als wir erkannten, dass Herr H. seine Funktion nicht mehr ausüben konnte, überlegten wir uns mögliche Alternativen. Uns war es wichtig, in Erfahrung zu bringen, welche vorübergehend und welche bleibenden Einschränkungen er haben würde. Um dies abzuklären, füllte Herr H. zusammen mit seinem Arzt das Gesundheitsbelastungsprofil für einen Baumaschinenmechaniker aus. Anhand des ausgefüllten Profils konnten wir ein Stellenprofil kreieren, welches mit den Möglichkeiten von Herr H. und unseren als Arbeitgeber übereinstimmte. Parallel waren wir in Kontakt mit der IV und SUVA. Wir trafen uns, um die Situation zu besprechen und mögliche Hilfestellungen durch eine der Versicherungen zu erhalten. Das neue Stellenprofil wurde durch die SUVA und IV geprüft. Die IV sprach einen Arbeitsversuch von 6 Monaten. Während diesen sechs Monaten konnten wir das Pensum stetig steigern.

Unterstützung durch die IV-Stelle, die Suva und Betreuer des Paraplegiker-Zentrums

Der Arbeitnehmer Herr H. wie aber auch der Arbeitgeber wurden von verschiedenen Seiten unterstützt. Die Gespräche zwischen dem Mitarbeiter, dem Vorgesetztem, der SUVA und der IV förderten das Vertrauen. Das herausgearbeitete Stellenprofil für Herr H. wurde durch einen Kreisarzt der SUVA geprüft. Die Case Managerin der SUVA setzte sich für eine rasche Fallbearbeitung ein. Die Eingliederungsspezialistin der IV unterstützte den Mitarbeitenden auf dem ganzen Weg. Sie ermöglichte einen sechs monatigen Arbeitsversuch, in welchem der Mitarbeiter in den Arbeitsprozess integriert werden konnte. Die Lohneinbusse durch die angepasste Tätigkeit wurde auch zum Thema. Diese fängt die SUVA heute mit einer kleinen Rente auf.

Herausforderungen und Empfehlungen des Arbeitgebers

Die grösste Herausforderung war die Ungewissheit. Wir wussten nicht, was Herr H. noch konnte und was nicht. Das Gesundheitsbelastungsprofil hat uns dabei einen grossen Dienst erwiesen. Dadurch erhielten nicht nur wir Klarheit, sondern auch der Mitarbeiter. Es ist wichtig, abzuklären welche Tätigkeiten noch möglich sind. Eine ehrliche und offene Kommunikation zwischen dem betroffenen Mitarbeiter und der Unternehmung fördert den erfolgreichen Integrationsprozess. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Kontaktaufnahme mit den Versicherungen. Sie haben viele Integrationserfahrungen und können einem mit Wissen und finanziellen Mitteln unterstützen. Dank der gelungenen Integration konnten wir das grosse Know-how von Herr H. in der Unternehmung behalten und ihm eine neue Zukunft bieten. Dies erfreut nicht nur uns und motiviert nicht nur Herr H., sondern auch alle anderen Mitarbeitenden.

Persönliche Erfahrungen von Herrn H.

Der Beginn meiner Arbeitsunfähigkeit war für mich sehr schwierig. Bereits nach den ersten Monaten hatte ich das Gefühl, dass mir die Decke auf den Kopf falle. Des Weiteren hatte ich Existenzängste und wusste nicht, wie es weitergehen sollte. Das Gesundheitsbelastungsprofil gab mir dann einen ersten Anhaltspunkt. Das Resultat war ernüchternd. Ich konnte nicht mehr als Baumaschinenmechaniker arbeiten. Durch das Profil öffneten sich für mich aber auch neue Wege. Dank der Unterstützung durch meinen Vorgesetzten und das tolle Team, sowie die SUVA und IV konnte ich bald eine neue Herausforderung in Angriff nehmen. Heute übernehme ich verschiedene Arbeiten in der Werkstatt, wie beispielsweise Steinkörbe erstellen.
Weiterleiten