Compasso

Rückblick: Compasso Mitgliederfachtagung 2017

Im Fokus der Compasso Fachtagung stand die optimierte Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Ärzten für eine bessere berufliche Eingliederung. Passend dazu lancierte Compasso das erste webbasierte einfache und modular aufgebaute Eingliederungsinstrument: das ressourcenorientierte Eingliederungsprofil REP.

Die diesjährige Mitgliederveranstaltung fand beim Compasso-Sponsor, der Swisscom, in Bern statt. Martin Kaiser, Präsident von Compasso, und Dr. Hans C. Werner, Head of Group Human Resources Swisscom AG, begrüssten die zahlreich teilnehmenden Mitglieder und Gäste. Thomas Bachofner, CEO der Swisscom Health AG, erläuterte anschliessend in seinem Kurzreferat die Bedeutung der Digitalisierung im Gesundheitswesen.

Eine von Compasso erstellte IST-Analyse im 2016 hat aufgezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Ärzten in eingliederungsrelevanten Prozessen optimiert werden kann und soll. Basierend darauf ist das ressourcenorientierte Eingliederungsprofil REP entstanden. Compasso hat das REP u.a. in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, dem Schweizerischen Arbeitgeberverband SAV, der FMH, vertreten durch die Schweizerische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP, der Swiss Insurance Medicine SIM, der Schweizerischen Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin SAPPM, dem Schweizerischen Versicherungsverband als Vertreter der Privatversicherungen und Inclusion Handicap entwickelt und validiert.

Ressourcenorientiertes Eingliederungsprofil REP - in vier Schritten zum Erfolg
Regina Knöpfel, Stv. Leiterin Fachentwicklung und Projektleiterin REP, stellte gemeinsam mit Hanna Strahm, Leiterin Dienste und Personal, Stämpfli AG, das ressourcenorientierte Eingliederungsprofil REP vor. „Der Arbeitgeber füllt im Idealfall gemeinsam mit dem Arbeitnehmenden die Arbeitsplatzanforderungen und Rahmenbedingungen online aus. Daraus wird das REP erstellt und kann als Worddokument heruntergeladen werden. Die Ärztin bzw. der Arzt beurteilt mittels Ankreuzen, inwieweit es seiner Patientin oder Patienten in gesundheitlicher Hinsicht möglich ist, die Anforderungen zu erfüllen oder unter den Rahmenbedingungen zu arbeiten.“, beschrieb Regina Knöpfel die Anwendung des Instruments. Welchen Mehrwert Eingliederungsprofile für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Ärzte hat, zeigte Anton Hanselmann, ehem. Personalleiter Frutiger AG, Vize-Präsident Compasso, und Beat Augstburger, Personalleiter Frutiger AG auf. Frutiger AG arbeitet seit vielen Jahren mit Gesundheitsbelastungsprofilen und hat sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

Beim REP handelt es sich um eine Weiterentwicklung detaillierter Arztzeugnisse auf der Basis einer Arbeitsplatzbeschreibung, wie sie bei der Swiss Insurance Medicine oder bei der Ostschweizer Ärztegesellschaft und den Arbeitgeberverbänden im Kanton St. Gallen und weiteren existieren. Mit dem REP steht in der Schweiz erstmals ein einheitliches, webbasiertes, einfaches und modular aufgebautes Instrument in Deutsch, Französisch und Italienisch für die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Ärzten zur Verfügung. Die Nutzung des Tools ist kostenlos und steht auf der Webseite von Compasso zur Verfügung.

Stefan Ritler, Leiter Geschäftsfeld Invalidenversicherung, BSV, wies in seinem Referat darauf hin, dass eine Verstärkung der Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten auch bei der Weiterentwicklung der IV eine wichtige Rolle spielt. Denn eine konstruktive Zusammenarbeit ist für den Eingliederungserfolg zentral.

Eingliederungsorientierung für Haus- und Fachärzte
Auch die Ärzteschaft begrüsst das REP, wie das Gespräch mit Dr. med Andreas Klipstein, Präsident Swiss Insurance Medicine, Dr. med. Alexander Minzer, Präsident des Vorstands der Schweizerischen, Akademie für Psychosomatische und Psychosoziale Medizin SAPPM, Pierre Vallon, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGPP am Ende der Veranstaltung zeigte. „Das neue Instrument bringt Eingliederungsorientierung zu den Haus- und Fachärzten. Zudem werden erstmals wichtige psychosoziale Aspekte berücksichtigt.“ erklärt Pierre Vallon den Mehrwert des REP.

In seiner Abschlussrede bezeichnete Martin Kaiser das REP als Meilenstein in der beruflichen Eingliederung: „Mit dem ressourcenorientierten Eingliederungsprofil REP wird die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Ärzten optimiert und es werden Grundlagen für eine bessere berufliche Eingliederung und damit für den Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit von Mitarbeitenden geschaffen.“
(01.12.2017)

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