Compasso

Arbeitsstress als Hauptursache für psychische Leiden

Im Auftrag von Compasso-Mitglied Pro Mente Sana hat die Forschungsstelle sotomo im September 2018 über 5500 Menschen in der Schweiz zu ihrem psychischen Wohlbefinden und zur Art wie sie darüber sprechen online befragt. Die Studienresultate zeigen das klare Bedürfnis der Bevölkerung, einen offeneren Umgang mit dem Thema «psychische Gesundheit» zu finden – und ohne Ängste darüber reden zu können. Stress beziehungsweise Überlastung ist der am häufigsten genannte Faktor, der sich bei den Befragten negativ auf die psychische Grundstimmung auswirkt. Der Grund für diesen Stress ist in den meisten Fällen die Arbeit. Der Leistungsdruck führt bei vielen Menschen nicht nur zu psychischer Belastung, sondern er behindert zugleich das offene Sprechen darüber, weil sich viele davor fürchten, als nicht leistungsfähig zu gelten.

Die Befragten sehen ein breites Spektrum von Personen und Organisationen in der Pflicht aktiv zu werden. Am meisten genannt wurden jedoch Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber. Die vielen Nennungen stehen dabei im Kontrast dazu, dass der Chef bzw. die Chefin am wenigsten häufig genannt werden, wenn es darum geht, mit wem die Befragten offen über ihre psychischen Probleme sprechen. Hier zeigt sich ein Spannungsfeld und ein für viele Befragte bestehendes Hindernis auf dem Weg zu einem offenen Umgang mit psychischen Erkrankungen.

Die Neuauflage der 2014 lancierten Kampagne «Wie geht’s dir?» von den Deutschschweizer Kantonen und Pro Mente Sana im Auftrag von Gesundheitsförderung Schweiz will für dieses Thema noch stärker sensibilisieren. Das Ziel des gemeinsamen Engagements ist, dass es selbstverständlicher und einfacher wird, über psychische Belastungen zu sprechen und damit raschere Hilfe zu ermöglichen.

Auf der Webseite von Compasso finden Arbeitgeber praxisorientierte Instrumente und Informationen für den Umgang mit psychisch erkrankten Mitarbeitenden.
(15.10.2018)
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