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Altwegg Gartenbau AG

Wie ist es zur Anstellung gekommen? Arbeitgeber Altwegg AG

Wir haben eine Anfrage von Frau Meisterhans von Züriwerk erhalten bezüglich Schnupperlehre und Lehre von Herrn D. Die Motivation war, einem jungen Mann mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung eine Chance zu geben. Zudem hat sich Herr D. durch die Praxiserfahrung, die er schon hatte, und anhand der aktiven Mitarbeit selbst empfohlen! Bedenken hatte ich keine.

Wie ist es zur Anstellung gekommen? Arbeitnehmer Herr D.

Ich war zu der Zeit bei Züriwerk angestellt und ging in die Stiftung Brunegg zur Schule. Eines Tages traf ich in der Schule einen Kollegen von früher. Er hat erzählt, dass er bei der Firma Altwegg arbeite und es ihm dort sehr gefalle. Später kam mein Jobcoach von Züriwerk auf mich zu und wir schrieben eine Bewerbung für eine Schnupperlehre. Kurz darauf ging ich bei Altwegg schnuppern und es gefiel mir auch sehr gut. Also habe ich die Lehrstelle angenommen. Jetzt habe ich dort die EBA-Lehre abgeschlossen und die EFZ-Lehre angehängt.

Integrationsprozess

Die Begleitung von Herrn D. begann vor 5 Jahren. Ende der 1. Sekundarklasse sind seine Familie und die Sonderschule auf die Stiftung Züriwerk zugekommen. Aufgrund seines ADHS und den autistischen Zügen war für Herrn D. ein sorgfältig begleiteter, individueller Weg angezeigt. Herr D. konnte im Züriwerk statt eines letzten Schuljahres eine Vorlehre im Gartenbau antreten. Das war eine wichtige und positive Erfahrung. Es folgte der Schritt in den allgemeinen Arbeitsmarkt: Herr D. absolvierte in der Altwegg Gartenbau AG die Attestlehre als Gärtner EBA Garten- und Landschaftsbau, welche er als Kantonsbester abschloss. Momentan befindet er sich in der gleichen Firma im 2. Jahr der EFZ-Lehre.

Herausforderungen und Empfehlungen des Arbeitgebers

Die grösste Herausforderung war, dass Herr D. während der EBA Ausbildung ein persönliches Zwischentief hatte und sich das selbst nicht erklären konnte. Hier war es schwierig, einzuhaken und ihn situationsgerecht abzuholen. Durch mehrmalige Gespräche und einem super Support von Frau Meisterhans (Jobcoach) konnte dieses Tief überwunden werden. Herr D.s Integration war im Gegensatz zu „normalen“ Lernenden nicht schwieriger, sondern anders: Er braucht eine sinnvolle Tätigkeit, am besten ein örtlich und zeitlich begrenztes Arbeitsfeld, enge Betreuung im Sinne von klarer Aufgabenstellung. Wenn diese Rahmenbedingungen stimmen, kann Herr D. eine sehr hohe Arbeitsqualität in einem super Tempo erledigen! Es braucht Verständnis für seine Arbeitsweise, und am richtigen Ort eingesetzt ist er ein sehr wertvoller Mitarbeiter.

Persönliche Erfahrungen von Arbeitnehmer Herr D.

Die Umstellung der Arbeitszeit von 8 bis 16.30 Uhr (Züriwerk) zu 6.40 bis 17.30 Uhr (Altwegg). Die Baustellen sind viel grösser als beim Züriwerk. Gelernt habe ich vor allem selbst vorausplanen, mit Maschinen arbeiten und natürlich schneller arbeiten. Und es sind auch mehr Leute im Betrieb. Ich bin sicher schneller und trotzdem genau geworden. Ich kann auch besser mit verschiedenen Leuten und unvorhergesehenen Situationen umgehen als früher. Mai 2019 //
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