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Basler Sozialpreis für die Wirtschaft 2019

Der Regierungsrat vergibt den Basler Sozialpreis für die Wirtschaft 2019 an die Metropol Kurier GmbH Basel. Er würdigt damit ein Unternehmen, in welchem das soziale Engagement und der grosse Zusammenhalt unter den Mitarbeitenden beeindruckend sind, gerade in dieser lebhaften Branche, die grossem Zeitdruck ausgesetzt ist.

Interview mit der Gewinnerin:

1. Wie sieht Ihr Engagement im Bereich der beruflichen Integration konkret aus?
Die Metropol Kurier GmbH beschäftigt rund 65 Mitarbeitende aus 10 verschiedenen Ländern zwischen 20 und 65 Jahren. Bei uns arbeiten Handwerker, Studenten, Doktoren, Gelehrte, Personen mit und ohne Ausbildung, jeder hat seine Qualitäten und kann diese bei uns optimal einsetzen. Diese Diversität und die Grundsatzentscheidung der Geschäftsleitung, Personen mit einer Beeinträchtigung unsere Hand zu bieten, macht es uns leicht, Integration zu leben. Jeder Mitarbeitende wird vorbehaltlos angenommen und bekommt die Chance, den Wiedereinstieg in den 1. Arbeitsmarkt zu erlangen, dies geht manchmal schneller, manchmal langsamer. Unsere flexible Betriebsstruktur ermöglicht uns eine schrittweise und auf die Person angepasste Pensum- und/oder Belastungssteigerung.
Bei uns werden alle Mitarbeitenden gleichbehandelt, auch dies hilft einer authentischen Wiedereingliederung unter realen Bedingungen. Die Personen erhalten angemessene Verantwortung für ihre Bereiche und Anerkennung für ihre Leistungen, umgekehrt werden sie bei Fehlern aber auch konkret darauf angesprochen und können sich so verbessern. Dies ist ein Punkt, der bei geschützten Arbeitsplätzen oft fehlt. Metropol Kurier stellt sich dieser Verantwortung und ist mit viel Herzblut und Engagement dabei.

2. Was ist Ihre Motivation für das Engagement?
Es macht Spass! Es ist grossartig zu sehen, wie sich die einzelnen Personen entwickeln. Manche begleiten uns bereits seit über 10 Jahren und sind fester Bestandteil unserer Firma. Es findet ein gegenseitiger Austausch statt, eine Sensibilisierung gegenüber Themen, die viel zu selten angesprochen werden. Berührungsängste werden abgebaut und Potential freigesetzt.
Die Ergebnisse sprechen für sich: Erst kürzlich konnte ein nun ehemaliger Mitarbeiter, dank der erfolgreichen Integration, eine neue Stelle auf seinem gelernten Beruf antreten. Einen anderen konnten wir nach der Eingliederung in einem 50%-Pensum anstellen, er ist eine wertvolle Stütze im Tagesgeschäft geworden und macht einfach einen guten Job. Dies ist unsere Motivation!

3. Welchen Tipp im Bereich der beruflichen Integration können Sie anderen Unternehmen geben?
Seid offen, neugierig und lasst euch überraschen, wie viel möglich ist. Die Entscheidung, ob und wie Integration gelebt wird, muss von der Geschäftsleitung kommen. Wenn diese Basis stimmt, dann ist sehr viel möglich.
(27.06.2019)
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