Compasso

Think Tank vom 13. Juni 2019

Der Compasso-Think Tank: ein Gefäss mit Inhalt

Am 13. Juni fand der zweite Compasso-Think Tank dieses Jahres statt. Gastgeberin war die IV-Stelle Bern. Deren Direktor, Dieter Widmer, hat in seiner Begrüssung vier zentrale Themen der Weiterentwicklung der IV angesprochen: die früher einsetzende und neu auch die Vorbereitung auf die erstmalige berufliche Ausbildung umfassende Begleitung von jungen Erwachsenen mit Beeinträchtigung, der Ausbau von Beratung und Begleitung von Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung, die Einführung eines stufenlosen Rentensystems und die Neudefinition des Begriffs Geburtsgebrechen. Bereits zu diesen Themen gab es engagierte Voten und Fragen aus dem Kreis der Think Tank-Teilnehmenden, alles Fachpersonen der Bereiche Integration/Case Management von Arbeitgebern oder aus Institutionen und Vertreter von Systempartnern (bspw. Privat- und Sozialversicherer). Im Fokus stand dabei insbesondere die Frage nach der Relevanz für die praktische Umsetzung dieser absehbaren Systementwicklungen. Wertvolle Hinweise können so auch in die weiteren Arbeiten von Compasso einerseits, aber auch der vertretenen zuständigen Bundesämter einfliessen. In Form von konstruktiven Ideen und Vorschlägen, aber auch von kritischem Hinterfragen und geprägt von sehr viel Fachwissen der über 20 Teilnehmenden kann auf diese Weise ein wesentlicher Beitrag an die spätere erfolgreiche Umsetzung in der Praxis geleistet werden.

Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe trifft sich drei Mal jährlich. Dabei befasst sie sich mit der Bearbeitung von Innovationen und Themenschwerpunkten im Bereich der Früherkennung, Erhalt der Arbeitsmarktfähigkeit und Wiedereingliederung von Mitarbeitenden. Der Think Tank gewährleistet den Wissenstransfer durch Sammeln und Aufbereiten von Fakten und Anträgen zuhanden des Vorstands von Compasso. Es werden aktuelle Themen aus Arbeitgebersicht behandelt, womit der Think Tank massgeblich zur fachlichen Weiterentwicklung des Netzwerks beiträgt.

Regelmässig informiert sich der Think Tank auch über Innovationen, die für die Praxis der beruflichen Eingliederung relevant sein können. Unter diesem Titel präsentierte Dr. Katharina Vogt, stellvertretende Leiterin Gesundheitsmanagement Helsana, StayEngaged. Dies ist ein Tool für Mitarbeitendenumfragen, welches Unternehmen Aufschluss über gesundheits- und performancerelevante Themen gibt. Anhand der Ergebnisse können gemeinsam mit der Gesundheitsmanagerin/dem Gesundheitsmanager von Helsana wichtige Handlungsfelder und Massnahmen zur Verbesserung der betrieblichen Gesundheit ermittelt werden.

Doch wie ist der Think Tank, dieses „fachliche Gewissen“ von Compasso überhaupt entstanden? Und welchen Mehrwert konnte Compasso in der Vergangenheit daraus generieren? Ueli Streit, Leiter Fachentwicklung Compasso und Verantwortlicher Think Tank, hat diese Fragen beantwortet:

Der Think Tank hat sich sowohl inhaltlich wie auch organisatorisch immer weiterentwickelt. Es herrscht eine dynamische Stimmung und die Mitglieder sind alle motiviert, ihr Fachwissen einzubringen. Die Einzelinteressen und Grenzen zwischen den einzelnen (Sozial-)Versicherungen stehen im Think Tank nicht im Vordergrund. Gemeinsam entwickeln wir systemübergreifende Lösungen zum Nutzen der betroffenen Mitarbeitenden und der Arbeitgeber. Der Kreis des Think Tank ist stetig gewachsen und viele Mitglieder sind seit der Gründung vor 11 Jahren immer noch dabei. Volkswirtschaftlich leistet Compasso einen wichtigen Beitrag in der beruflichen Eingliederung. Der Think Tank spielt dabei immer wieder eine zentrale Rolle in der Entwicklung innovativer, praxistauglicher Instrumente, so geschehen bspw. bei der Entwicklung des ressourcenorientierten Eingliederungsprofils REP.
(01.07.2019)
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