Compasso

Unser Beirat Christian Lohr stellt sich vor

1. Stellen Sie sich bitte kurz vor.
Ich habe Volkswirtschaft studiert und anschliessend 25 Jahre lang als Journalist gearbeitet. Soziale und politische Themen haben mich schon immer umgetrieben. Der Schritt 1999 in die Lokalpolitik war daher naheliegend. Zuerst wurde ich in den Gemeinderat gewählt und danach in den grossen Rat, welchen ich 2008/2009 präsidieren durfte. Seit 2011 bin ich Nationalrat (CVP/TG) und stelle mich auch für die nächste Legislaturperiode zur Wiederwahl.
Es ist mir äusserst wichtig, von einer Gleichwertigkeit aller Menschen auszugehen. Wir sollten möglichst ohne vorgefasste Meinungen und Bilder auf Andere zugehen, ihnen offen und unvoreingenommen begegnen. Zuhören können spielt dabei eine wichtige Rolle. So erfahren wir, wen wir wirklich gegenüber haben.
Zuhören – nachdenken – überzeugen – nach diesem Credo politisiere ich auch. Und gerade die Gesellschaftspolitik, welche ich betreibe und zu welcher ich auch die Behindertenpolitik zähle, ist darauf angewiesen, die Anliegen aus der Bevölkerung «zu hören».

2. Was ist Ihre Motivation für das Engagement als Beirat bei Compasso?
Die Tätigkeit und das Engagement von Compasso sind sehr wertvoll: Compasso motiviert Arbeitgeber und schafft Anreize für sie, Menschen mit einer Beeinträchtigung in ihr Unternehmen zu integrieren. Denn nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Wirtschaft steht in der Verantwortung, Menschen mit einer Beeinträchtigung offen zu begegnen und gleichwertig zu behandeln. Das bedeutet auch Integration in den Arbeitsmarkt. Den daraus entstehenden Mehrwert für Wirtschaft und Gesellschaft aufzuzeigen, das ist die grosse Chance von und für Compasso. Mit Überzeugung und Freude unterstütze ich Compasso dabei.

3. Aus Ihrer Sicht als Nationalrat und Co-Vizepräsident von Pro Infirmis, welche konkreten Tipps können Sie Arbeitgebern im Bereich berufliche Eingliederung geben?
Sehr oft höre ich in Gesprächen, weshalb etwas NICHT geht. Ich wünsche mir mehr ehrliche Bereitschaft für eine Integration in den Arbeitsmarkt. Das bedingt einen offenen Umgang miteinander. Das Unterschreiben eines Arbeitsvertrages ist ein Schritt. Eine erfolgreiche Integration basiert aber auch darauf, dass sich sowohl Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer konstant weiterentwickeln. Gespräche müssen gesucht und vorhandenes Fachwissen genutzt werden, die Institutionen müssen optimal und effizient zusammenarbeiten. So kann Integration gelingen.
Für die Zukunft wünsche ich mir einen offeneren Markt für Menschen mit Beeinträchtigung und eine bessere Kommunikation untereinander was alltägliche Themen anbelangt. Weshalb nicht die neuen Kommunikationsmittel für einen intensiveren Austausch nutzen, Plattformen für substanzielle Themen wie Wohnformen, Arbeitsmöglichkeiten etc. kreieren?
(01.07.2019)
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