Compasso

Unser Beirat Fabio Regazzi stellt sich vor

1. Stellen Sie sich bitte kurz vor.
Ich wurde vor 57 Jahren in Locarno geboren. Im Jahr 2000 habe ich meinen Beruf als Rechtsanwalt und Notar aufgegeben, um mich vollumfänglich der Leitung des Familienunternehmens Regazzi Holding zu widmen, dessen Verwaltungsrat ich heute präsidiere.
Bereits seit meiner Jugend in der Politik tätig, wurde ich 2011 in den Nationalrat gewählt, wo ich Mitglied der Kommission für Verkehr und Telekommunikation bin und mich intensiv mit dem Thema Mobilität in all seinen Formen und Verkehrsträger beschäftige. Im Jahr 2012 übernahm ich den Vorsitz des Swiss Shippers' Council, einer Organisation, die im Bereich des Güterverkehrs im Interesse der Schweizer Industrie und des Handels tätig ist. Seit 2015 bin ich zudem Präsident des Tessiner Industrieverbandes (AITI) und seit 2017 Mitglied des Verwaltungsrates des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes (SAV). Ich habe drei Leidenschaften in meinem Leben: Sport, Jagd und Politik.

2. Was ist Ihre Motivation für das Engagement als Beirat bei Compasso?
Als Unternehmer mit 128 Mitarbeitern fühle ich mich persönlich für deren Gesundheit verantwortlich. Ich erachte es als meine Aufgabe, ihr Wohlbefinden bei der Arbeit zu fördern, und es lässt mich keineswegs unberührt, wenn ein Mitarbeiter von gesundheitlichen Problemen oder einem Unfall betroffen ist. Mein Engagement bei Compasso sehe ich einerseits als Gelegenheit, die Strategien zur beruflichen Wiedereingliederung in meinem eigenen Betrieb zu verbessern, und andererseits – in meiner Funktion als Präsident von AITI - als Chance, die von Compasso empfohlenen Leitlinien an über 200 Mitglieder, alles Unternehmen, die mit der Tessiner Industrie verbunden sind, weiterzugeben, um so die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern und Ärzten zu optimieren und die berufliche Wiedereingliederung der Arbeitnehmer zu erleichtern.

3. Aus Ihrer Sicht als Verwaltungsratspräsident der Regazzi Holding AG, welche konkreten Tipps können Sie anderen Arbeitgebern im Bereich berufliche Eingliederung geben?
In meinem Unternehmen sind Unfälle ebenso wie sonstige Absenzen selten, was vielleicht dem guten Betriebsklima zu verdanken ist. Allerdings sind Krankheit und andere Widrigkeiten des Lebens nicht immer zu verhindern. Wenn einer meiner Mitarbeiter ernsthaft erkrankt oder verunfallt, melde ich mich lieber früher als später bei diesem und erkundige mich nach seinem Gesundheitszustand. Als Verwaltungsratspräsident eines KMUs war es mir immer wichtig, den persönlichen zwischenmenschlichen Kontakt zu pflegen, und das ist es auch, was ich auf jeden Fall weiterempfehlen würde. Meiner Meinung nach beginnt die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt bereits während der krankheits- oder unfallbedingten Abwesenheit des Arbeitnehmers: Die Kontaktaufnahme mit einem kranken Mitarbeiter sollte unbedingt schon in dieser frühen Phase erfolgen. Nur so kann das gegenseitige Vertrauen aufgebaut werden, das später dabei helfen wird, zuerst mit dem Betroffenen und dann mit dem Arzt die allmähliche Rückkehr an den Arbeitsplatz oder, wenn nötig und möglich, die Notwendigkeit einer Umschulung zu planen. Die Erfahrung, gestützt durch die Literatur, hat mich gelehrt, dass eine schrittweise Wiederannäherung an die Arbeit, die Kollegen und an die persönlichen beruflichen Kompetenzen ein wesentliches und wichtiges Element des Heilungsprozesses eines jeden von uns ist.
(01.07.2019)
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