Compasso

Rückblick Compasso Fachtagung

Neue Orientierungshilfe unterstützt Arbeitgeber, sich besser im Prozess der beruflichen Eingliederung von Mitarbeitenden mit Beeinträchtigung zurechtzufinden.

An der diesjährigen Fachtagung des Netzwerks Compasso stehen Arbeitgeber und ihr Bedürfnis, sich im komplexen Dschungel der Sozial- und Privatversicherungen im Umgang mit krankgeschriebenen oder verunfallten Mitarbeitenden besser zurechtzufinden, im Fokus. Erstmals gibt es dafür in der Schweiz eine anschauliche Orientierungshilfe: Die Compasso-Systemlandkarte erleichtert Arbeitgebern das Verständnis für das Zusammenspiel verschiedener Systeme in der beruflichen Eingliederung und unterstützt sie damit praxisnah, berufliche Eingliederung noch erfolgreicher zu betreiben.

Insbesondere bei einer neu auftretenden Beeinträchtigung ist rasches und zielgerichtetes Handeln zentral für den weiteren Verlauf und die Erhaltung der Arbeitsmarktfähigkeit. Am Arbeitsplatz können gesundheitliche Probleme von Mitarbeitenden frühzeitig erkannt und daraufhin rasch die richtigen Schritte eingeleitet werden. Doch wann soll der Arbeitgeber handeln? Welches sind die richtigen und wichtigen Schritte? An wen können sich Arbeitgeber wenden? Diese und weitere Fragen können mit der Compasso-Systemlandkarte beantwortet werden. Betroffene Mitarbeiter, Arbeitgeber und Systempartner erläutern an der Fachtagung konkrete, erfolgreiche Beispiele beruflicher Eingliederung aus ihrer Unternehmung. Dabei zeigt sich exemplarisch die Bedeutung des Zusammenspiels von betroffenen Arbeitnehmern, ihren Arbeitgebern und den unterschiedlichen Systempartnern wie Taggeld- oder Unfallversicherern oder der IV in Kombination mit den spezifischen Herausforderungen des jeweiligen Falles. «Darin liegt das Erfolgsgeheimnis des gelungenen Arbeitsplatzerhalts, beispielsweise auch im Falle einer psychischen Erkrankung», unterstreicht Martin Kaiser, Präsident des Netzwerks Compasso.

Systemlandkarten: die 6 häufigsten Fallkonstellationen und Prozesse
Die Orientierungshilfe «Systemlandkarte» unterstützt sowohl Arbeitgeber als auch Systempartner bei der beruflichen Eingliederung. Erstmals sind die sechs häufigsten Prozesse der beruflichen (Wieder-)Eingliederung in sogenannten Systemlandkarten dargestellt. Damit kann der grösste Teil der auftretenden Konstellationen abgedeckt werden. Die Landkarten visualisieren die Schnittstellen zwischen Arbeitgeber und Systempartnern und zeigen die Zusammenhänge transparent auf. Weitere in der Praxis auftretende Fallkonstellationen werden anhand von zusätzlichen Beispielen illustriert.

Eine wichtige Ergänzung erfahren die Systemlandkarten durch den ebenfalls neu entwickelten Leitfaden zur Zusammenarbeit von IV und Krankentaggeldversicherern. Dieser zeigt auf einen Blick die wichtigsten Zusammenhänge und Aufgaben der zentralen Partner auf. Die jeweiligen Prozessschritte beschreiben etwa die Fristigkeiten und zu erwartenden Leistungen sowie die gegenseitigen Koordinationsschwerpunkte von Krankentaggeldversicherer und IV.

Zusammenarbeit mit relevanten Systempartnern
Die Systemlandkarte wie auch der ergänzende Leitfaden sind wichtige Orientierungshilfen für Arbeitgeber und Systempartner und unterstützen den Prozess des Erhalts der Arbeitsmarktfähigkeit. Sie fördern die Transparenz und das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge des Sozialversicherungssystems im Bereich der beruflichen Eingliederung. Insbesondere die nachfolgenden Systempartner haben die Erstellung dieser Orientierungshilfen aktiv unterstützt: IV-Stellenkonferenz IVSK, Schweizerischer Versicherungsverband SVV, Schweizerische Unfallversicherungsanstalt SUVA, Staatssekretariat für Wirtschaft SECO, Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, Bundesamt für Gesundheit BAG, Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS, Konferenz der Schweizer Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren SODK.

(28.11.2019)
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