Pallas Kliniken AG, Olten

Gesundheitswesen
Espace Mittelland
Praxisbeispiel Pallas Kliniken

Wie ist es zur Eingliederung gekommen? (Arbeitgeber)

Wir wurden von der IV-Stelle Solothurn angefragt, ob wir Frau C. die Möglichkeit zu einem Arbeitsversuch bieten würden. Anschliessend fand ein Bewerbungsgespräch statt, in welchem wir die Rahmenbedingungen festlegten. Die Motivation war ein Case Management in der Praxis umzusetzen. Eng begleitet mit diversen Gesprächen aller Beteiligten. Bedenken waren keine vorhanden. Wir von Arbeitgeberseite waren von Beginn an positiv eingestellt. Dies auch auf Grund der sehr positiven und motivierten Einstellung der Bewerberin Frau A. C.

Wie ist es zur Eingliederung gekommen? (Sicht Arbeitnehmer)

Ich litt an einer Diskushernie HWS. Meine Tätigkeit als Pflegeassistenten in der Langzeitpflege war deshalb nicht mehr zumutbar. Mein Arzt meldete mich bei der IV-Stelle Solothurn für ein Früherfassungsgespräch an. Nach diesem Gespräch erfolgte die IV-Anmeldung. Die Berufliche Eingliederung der IV-Stelle Solothurn unterstützte mich in der Neuorientierung in einem verwandten Arbeitsgebiet. Zusätzlich wurde mir ein Coaching zugesprochen. Nach einem erfolgreichen Vorstellungsgespräch bei der Pallas Klinik in Olten, durfte ich im September 2015 einen dreimonatigen Arbeitsversuch starten. Diese Arbeit beinhaltet alle prä- und postoperativen Massnahmen bei ambulanten Augenoperationen (Augentropfen verabreichen, BD, Quick und Blutzucker messen, Administration und Patientenbetreuung).

Praxisbeispiel Pallas Kliniken

Es fand wie üblich ein Vorstellungsgespräch statt und das normale Procedere wie bei jeder herkömmlichen Bewerbung.
Die ersten drei Monate waren ein Arbeitsversuch, bei dem das Pensum stetig gesteigert wurde. Im ersten Monat 40%, im zweiten 60% und im dritten 80%. Begleitet wurde die Bewerberin Frau A. C. durch die Abteilungsleitung Frau Karen Lieberherr mit engmaschigen Standortgesprächen. Somit konnten die Bedürfnisse von Seiten Frau A. C. wie auch von Seiten des Arbeitgebers sehr gut abgeholt werden. Teilweise wurde die Eingliederungsfachperson der IV-Stelle Solothurn ebenfalls miteinbezogen. Bei sämtlichen Gesprächen war Frau Claudia Meschi (Coach Procedere GmbH) mit dabei. 
Ende November 2015 kam es zum erfolgreichen Abschluss des Arbeitsversuches und anschliessend zur Festanstellung vom Frau A. C. per 1. Dezember 2015.

Ich wurde langsam integriert. In den drei Monaten steigerte ich das Arbeitspensum von 40% bis auf 80%. Der Arbeitsversuch wurde mir dann als Probezeit angerechnet. Während dem Arbeitsversuch wurde ich durch den Coach gut begleitet und unterstützt. In der Pallas Klinik wurde ich bestens eingeführt und begleitet. Regelmässige Gespräche und Standortbestimmungen mit Frau Karen Lieberherr und Frau Jeannine Kägi haben sehr geholfen mich gut einzuarbeiten. Ich hatte nie das Gefühl „nur von der IV“ wahrgenommen zu werden, sondern als ganz normale neue Mitarbeiterin. Um den beruflichen Anforderungen gerecht zu werden, absolvierte ich bereits ab August 2015 berufsbegleitend die einjährige Weiterbildung zur Medizinischen Praxisassistentin (MPA), die ich mit Erfolg abschloss.

Da es eine problemlose Eingliederung war, reichten die gemeinsamen Gespräche mit der Eingliederungsfachperson der IV-Stelle Solothurn und mit Frau Claudia Meschi (Coach Procedere GmbH). Andererseits war es gut zu wissen, dass wir bei Bedarf jederzeit auf diese Unterstützung zurückgreifen konnten.

Herausforderungen und Empfehlungen des Arbeitgebers

Da es das erste Case Management in diesem Haus war, war sicher eine gewisse Unsicherheit vorhanden. Wichtig sind gegenseitige Offenheit und Sympathie. Die IV muss nicht immer negativ behaftet sein. Dieser konkrete Fall ist der beste Beweis dafür. Wir konnten mit Frau A. C. eine sehr gute Mitarbeiterin rekrutieren. Es war und ist eine positive Erfahrung für beide Seiten. Eine Win-win Situation.

Persönliche Erfahrungen von Frau C.

Die grösste Herausforderung war das absolut neue Fachgebiet und die berufsbegleitende einjährige Ausbildung zur Medizinischen Praxisassistentin (MPA). Alles unter einen Hut zu bringen war nicht immer einfach, aber man wächst ja bekanntlich an seinen Aufgaben. Wieder zur Schule zu gehen war eine Herausforderung und das Lernen manchmal schwierig. Es hat mir aber auch gezeigt, dass viel mehr möglich ist, als ich mir selber zugetraut habe. Es hat auch riesen Spass gemacht. Bei Fragen konnte ich jederzeit auf die Hilfe von meinen Arbeitskolleginnen und Vorgesetzten zählen. Ich habe erreicht, dass ich wieder vollumfänglich und unabhängig von der IV arbeiten kann. Durch die Ausbildung zur MPA habe ich auf dem Arbeitsmarkt auch in Zukunft die Chance unabhängig im Arbeitsprozess zu bleiben, da diese Tätigkeit meinen Rücken nicht belastet.