Compasso

Mit Krankentaggeld-Versicherung

Ihre Mitarbeitenden sind bei einer Krankentaggeldversicherung versichert und die Absenz ist krankheitsbedingt

Als Arbeitgeber müssen Sie sich zunächst ein genaues Bild darüber machen, ob Sie Ihre Mitarbeiterin voraussichtlich wieder an ihrem Arbeitsplatz einsetzen können. Ein Gespräch mit der Betroffenen und allenfalls mit dem behandelnden Arzt ist daher sinnvoll. Beachten Sie, dass Sie dabei nicht nach Diagnosen fragen dürfen. Um den Austausch zwischen Arbeitgeber und Arzt zu vereinfachen, können Betroffene ihren Arzt entsprechend bevollmächtigen.

Erläutern Sie dem Arzt die Anforderungen am Arbeitsplatz. Und fragen Sie danach, ob und falls ja, wann und unter welchen Bedingungen ein beruflicher Wiedereinstieg möglich ist.

Beziehen Sie Ihre Krankentaggeldversicherung wie vereinbart in diesen Prozess ein.

Instrumente

Erteilung einer Vollmacht zum Austausch von Informationen zur Arbeitsplatzerhaltung

Antworten auf zentrale Fragen

Sind verschiedene Partner involviert, ist es wichtig, dass der Austausch zwischen allen Beteiligten gut funktioniert. Als Arbeitgeber können Sie die Verantwortung für eine entsprechende Fallbesprechung ebenfalls übernehmen. Zu dieser Besprechung laden Sie folgende Personen ein:

  • Ihre/n Mitarbeitenden
  • Stellen und Institutionen, die dazu beitragen, dass der berufliche Wiedereinstieg gelingt (Krankentaggeld-Versicherer, IV-Stelle, behandelnde Ärzte usw.)

Ziel ist es, mit allen Beteiligten das weitere Vorgehen zu klären und zu koordinieren. Weiter gilt es, die Fallführung sowie nächste Massnahmen festzuhalten. Stellen Sie sicher, dass alle Ansprechpartner sowie deren Telefonnummern und E-Mail Adressen bekannt sind.

Der Krankentaggeldversicherer beurteilt seine Leistungspflicht aufgrund von medizinischen und weiteren Unterlagen, nachdem er von Ihnen die Krankmeldung erhalten hat. In der Regel erfahren Sie als Arbeitgeber rasch, ob der Versicherer Ihren Antrag auf Krankentaggeld anerkennt.

Zusätzlich bieten viele Versicherer weitere Dienstleistungen im Bereich Früherkennung und Arbeitsplatzerhalt an. Der Versicherer engagiert sich damit für eine verbesserte Koordination und Zusammenarbeit zwischen den Partnern. Er kann Ihren Mitarbeiter zudem zu einer Anmeldung bei der zuständigen IV-Stelle auffordern und ein Case Management einsetzen. Ihr Mitarbeiter profitiert dabei von gezielten Massnahmen zu seiner medizinischen und beruflichen Stabilisierung.

Es ist wichtig, dass Sie als Arbeitgeber möglichst früh mit der IV-Stelle Kontakt aufnehmen. So können die notwendigen Massnahmen rechtzeitig eingeleitet werden. Zwischen einer Meldung zur Früherfassung von Ihnen und der IV-Anmeldung Ihres Mitarbeiters gibt es allerdings wesentliche Unterschiede:

Machen Sie eine Meldung an die IV, wenn Ihre Mitarbeiterin…

  • seit mindestens 30 Tagen dauernd arbeitsunfähig ist oder
  • innerhalb der letzten 12 Monate immer wieder arbeitsunfähig war

UND wenn eine der folgenden Voraussetzungen gegeben ist:
  • Sie sind nicht sicher, ob der berufliche Wiedereinstieg Ihres Mitarbeiters problemlos gelingt, eine Begleitung Ihres Mitarbeiters ist zudem nicht gewährleistet (Hinweis: Viele Krankentaggeldversicherer sowie einige Pensionskassen bieten ein Case Management an. Melden Sie sich zunächst dort, wenn Ihnen ein solches Angebot vertraglich zugesichert ist.)
  • Sie suchen Beratung und/oder Unterstützung bei der IV-Stelle
  • Sie möchten, dass die IV-Stelle Sie dabei unterstützt, Ihre Mitarbeiterin von einer Anmeldung bei der IV-Stelle zu überzeugen

Das Formular für eine Meldung bei der IV-Stelle sowie die zuständige IV-Stelle finden Sie hier.

Beachten Sie, dass Sie Ihren Mitarbeiter über eine Meldung bei der IV-Stelle informieren müssen.

Formular für die Meldung einer Früherfassung

Sofern Sie angegeben haben, dass es Ihnen wichtig ist, einbezogen zu werden, kontaktiert die IV-Stelle Ihren Mitarbeiter. Sie klärt dabei ab, ob der/die Betroffene mit Ihrer (zumindest zeitweisen) Teilnahme am Früherfassungsgespräch einverstanden ist.

Beim Früherfassungsgespräch befragt die Fachperson der IV-Stelle Ihren Mitarbeiter zu seiner persönlichen, medizinischen und beruflichen Situation. Dies bildet Grundlage für die Empfehlung der IV-Stelle, eine IV-Anmeldung vorzunehmen oder nicht.

Dass Arbeitgeber am Früherfassungsgespräch teilnehmen, ist selten. Bei Früherfassungsgesprächen geht es vor allem um persönliche Themen. Da Sie bei einer beruflichen Wiedereingliederung ein wichtiger Partner sind, sollten Sie die Chance zu einem solchen Gespräch aber nutzen.

Ist eine IV-Anmeldung sinnvoll, aber noch nicht erfolgt, veranlasst diese der Krankentaggeldversicherer. Als Arbeitgeber werden Sie direkt darüber informiert.
Eine IV-Anmeldung Ihres Mitarbeiters ist dann sinnvoll, wenn…

  • Sie beim Arbeitsplatzerhalt die Unterstützung der IV-Stelle benötigen,
  • Leistungen der IV zur Eingliederung geprüft werden sollen,
  • der Mitarbeiter an seinem bisherigen Arbeitsplatz voraussichtlich nicht wieder eingesetzt werden kann.

Beachten Sie, dass eine Anmeldung bei der IV nur von Ihrem Mitarbeiter selbst vorgenommen werden kann. Sie dürfen ihn dabei aber unterstützen.

Das Formular für eine Anmeldung bei der IV sowie die zuständige IV-Stelle finden Sie hier.

Formular für die Anmeldung einer Beruflichen Integration / Rente

Es gibt zahlreiche Leistungen der IV, die den Arbeitsplatzerhalt unterstützen – zum Beispiel Beratungsleistungen, Hilfe bei Anpassungen am Arbeitsplatz oder Ausbildungskurse. Ist ein Arbeitsplatzerhalt nicht realistisch, prüfen die IV-Stellen eine berufliche Neuorientierung und bereiten diese gegebenenfalls vor. Ist eine berufliche Eingliederung nicht (mehr) möglich, klärt die IV den Rentenanspruch des/der Betroffenen ab.

Nachdem die IV-Anmeldung durch Ihren Mitarbeiter erfolgt ist, erhalten Sie von der zuständigen IV-Stelle einen „Arbeitgeberfragebogen“. Der Fragebogen hilft der IV, die Situation Ihres Mitarbeiters zu beurteilen. Deshalb sollten Sie den Fragebogen umgehend, spätestens innerhalb von 10 Tagen, vollständig ausgefüllt an die IV-Stelle zurückschicken.

Weiter sollten Sie der IV-Stelle alle relevanten Informationen zu bisherigen Massnahmen zukommen lassen. Das können Informationen/Unterlagen zu Arbeitsversuchen, Anpassungen am Arbeitsplatz oder bereits eingeleitete Umplatzierungs-/Umschulungsmassnahmen sein.

Geben Sie zudem unbedingt an, wenn Sie als Arbeitgeber ein Gespräch mit der IV-Stelle wünschen.

Den Arbeitgeber-Fragebogen der IV sowie die zuständige IV-Stelle finden Sie hier.

Formular für die Anmeldung einer Beruflichen Integration / Rente

Seien Sie möglichst kooperativ und offen. Bringen Sie Ihre Ideen zur Wiederaufnahme der Arbeit Ihres Mitarbeiters ein. Geben Sie Auskunft darüber, ob Sie Ihren Mitarbeiter behalten können und wollen. Besprechen Sie mit diesem vorgängig Ihre Strategie.

Je nach Situation werden zusätzliche Partner zur Klärung und Koordination des weiteren Vorgehens beigezogen – etwa weitere arbeitgeberseitige Vertreter, Vertreter von Versicherern (Krankentaggeldversicherung, Pensionskasse) oder Ärzte.

Das Gespräch (auch „Roundtable“ genannt) wird von der IV organisiert. Sie lädt alle relevanten Stellen und Institutionen ein und bereitet das Gespräch vor, indem sie die erforderlichen Informationen zusammenstellt.

In dem Gespräch setzen Arbeitgeber, IV-Stelle und Krankentaggeldversicherer schliesslich gemeinsam fest, wer die berufliche Eingliederung Ihrer Mitarbeiterin koordiniert. Zudem werden die Massnahmen bestimmt, die den Arbeitsplatzerhalt und/oder die Arbeitsmarktfähigkeit Ihres Mitarbeiters fördern sollen. Die Verantwortlichkeiten, die Kostenbeteiligungen und die Kommunikationswege werden dabei verbindlich geklärt.

Die IV-Stelle unterstützt zunächst alle Massnahmen, die Ihren Mitarbeiter zurück an den Arbeitsplatz bringen. Besonders wichtig ist es deshalb, dass Sie der IV folgende Informationen/Unterlagen zustellen (sofern Sie diese nicht bereits dem Arbeitgeber-Fragebogen beigefügt haben):

  • Vom Mitarbeiter bereits durchgeführte Arbeitsversuche
  • Für die Mitarbeiterin vorgenommene Anpassungen am Arbeitsplatz
  • Für die Mitarbeiterin eingeleitete Umplatzierungs-/Umschulungsmassnahmen
  • Weitere Massnahmen, die Sie umgesetzt oder angedacht haben

Können und wollen Sie Ihren Mitarbeiter weiter beschäftigen? Überlegen Sie sich, welches sowohl für Sie als auch Ihre Mitarbeiterin langfristig eine gute Lösung ist. Die zuständige IV-Stelle oder Ihr Krankentaggeldversicherer unterstützt Sie dabei.

Eine erfolgreiche Rückkehr an den Arbeitsplatz kann sich positiv auf das Betriebsklima auswirken. Sie zeigt Ihre Wertschätzung dem einzelnen Mitarbeiter gegenüber – dies fördert das Vertrauen aller Mitarbeitenden in Sie und stärkt deren Bindung zu Ihrem Unternehmen.

Sie finden für Ihren Mitarbeiter/Ihre Mitarbeiterin mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Ihrem Unternehmen keine passende Stelle und müssten diesem kündigen oder haben bereits gekündigt? Bei dieser Ausgangslage besprechen Sie das weitere Vorgehen mit der zuständigen IV-Stelle und Ihrem Mitarbeiter, damit es nicht zu einer Ausgliederung kommt. Zeigen Sie auf, dass Sie bereits verfügbare Möglichkeiten geprüft haben und fragen Sie nach Unterstützung.

Bitte informieren Sie die bis dahin involvierten Versicherer über die Kündigung (Krankentaggeld-Versicherer, IV-Stelle, Vorsorgeeinrichtung/Pensionskasse).

Rechtliche Grundlagen

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