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Unfallversicherung

Die Absenz Ihres Mitarbeitenden ist auf einen versicherten Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen.

Für Sie als Arbeitgeber ist es wichtig, sich zunächst ein genaues Bild darüber zu machen, ob Sie Ihren Mitarbeitenden voraussichtlich wieder an seinem Arbeitsplatz einsetzen werden. Um das beurteilen zu können, ist ein Gespräch mit dem Mitarbeitenden und eventuell mit seinem behandelnden Arzt sinnvoll. Erläutern Sie dem Arzt die Anforderungen am Arbeitsplatz. Fragen Sie danach, ob und falls ja, wann unter welchen Bedingungen ein beruflicher Wiedereinstieg möglich ist.

Instrumente

Erteilung einer Vollmacht zum Austausch von Informationen zur Arbeitsplatzerhaltung
Grundsätzlich ist bei Unfällen und Berufskrankheiten der Unfallversicherer zuständig; im Hinblick auf eine berufliche Eingliederung unterstützt Sie der Unfallversicherer bei der Entscheidung, ob und wie die IV-Stelle einzubeziehen ist.

Antworten auf zentrale Fragen

Sind verschiedene Partner involviert, ist es wichtig, dass der Austausch zwischen allen Beteiligten gut funktioniert. Als Arbeitgeber können Sie die Verantwortung für eine entsprechende Fallbesprechung ebenfalls übernehmen.

Zu dieser Besprechung laden Sie folgende Personen ein:

  • Ihre/n Mitarbeitenden
  • Stellen und Institutionen, die dazu beitragen, dass der berufliche Wiedereinstieg gelingt (Unfallversicherer, IV-Stelle, behandelnde Ärzte usw.)

Ziel ist es, mit allen Beteiligten das weitere Vorgehen zu klären und zu koordinieren. Weiter gilt es, die Fallführung sowie nächste Massnahmen festzuhalten. Stellen Sie sicher, dass alle Ansprechpartner sowie deren Telefonnummern und E-Mail Adressen bekannt sind.

Der Unfallversicherer prüft den Fall und informiert Sie und Ihre Mitarbeiterin über etwaige Leistungsansprüche. Diese Rückmeldung erfolgt innerhalb von drei Tagen.
Sollte zu diesem frühen Zeitpunkt bereits feststehen, dass eine IV-Anmeldung sinnvoll ist, veranlasst der Unfallversicherer eine IV-Anmeldung (durch Ihren Mitarbeitenden). Sie erhalten eine entsprechende Information. Ist das nicht der Fall, muss der Krankenversicherer die Übernahme der Behandlungskosten prüfen. Sofern Ihr Mitarbeiter eine Krankentaggeldversicherung hat, sollten Sie sollten mit dem Versicherer Kontakt aufnehmen.

Ist der Unfallversicherer zuständig, brauchen Sie als Arbeitgeber keine Meldung an die IV vorzunehmen. Der Unfallversicherer beurteilt, ob Ihre Mitarbeiterin eine Anmeldung bei der IV vornehmen sollte, und veranlasst dies bei Bedarf.

Eine IV-Anmeldung Ihres Mitarbeiters ist dann sinnvoll, wenn…

  • Sie beim Arbeitsplatzerhalt die Unterstützung der IV-Stelle benötigen,
  • Leistungen der IV zur Eingliederung geprüft werden sollen,
  • der Mitarbeiter an seinem bisherigen Arbeitsplatz voraussichtlich nicht wieder eingesetzt werden kann.

Beachten Sie, dass eine Anmeldung bei der IV nur von Ihrem Mitarbeiter selbst vorgenommen werden kann. Sie dürfen ihn dabei aber unterstützen.

Das Formular für eine Anmeldung bei der IV sowie die zuständige IV-Stelle finden Sie hier.

Formular für die Anmeldung einer Beruflichen Integration / Rente

Es gibt zahlreiche Leistungen der IV, die den Arbeitsplatzerhalt unterstützen – zum Beispiel Beratungsleistungen, Hilfe bei Anpassungen am Arbeitsplatz oder Ausbildungskurse. Ist ein Arbeitsplatzerhalt nicht realistisch, prüfen die IV-Stellen eine berufliche Neuorientierung und bereiten diese gegebenenfalls vor. Ist eine berufliche Eingliederung nicht (mehr) möglich, klärt die IV den Rentenanspruch des/der Betroffenen ab.

Nachdem die IV-Anmeldung durch Ihren Mitarbeiter erfolgt ist, erhalten Sie von der zuständigen IV-Stelle einen „Arbeitgeberfragebogen“. Der Fragebogen hilft der IV, die Situation Ihres Mitarbeiters zu beurteilen. Deshalb sollten Sie den Fragebogen umgehend, spätestens innerhalb von 10 Tagen, vollständig ausgefüllt an die IV-Stelle zurückschicken.

Weiter sollten Sie der IV-Stelle alle relevanten Informationen zu bisherigen Massnahmen zukommen lassen. Das können Informationen/Unterlagen zu Arbeitsversuchen, Anpassungen am Arbeitsplatz oder bereits eingeleitete Umplatzierungs-/Umschulungsmassnahmen sein.

Geben Sie zudem unbedingt an, wenn Sie als Arbeitgeber ein Gespräch mit der IV-Stelle wünschen.

Den Arbeitgeber-Fragebogen der IV sowie die zuständige IV-Stelle finden Sie hier.

Formular für die Anmeldung einer Beruflichen Integration / Rente

Seien Sie möglichst kooperativ und offen. Bringen Sie Ihre Ideen zur Wiederaufnahme der Arbeit Ihres Mitarbeiters ein. Geben Sie Auskunft darüber, ob Sie Ihren Mitarbeiter behalten können und wollen. Besprechen Sie mit diesem vorgängig Ihre Strategie.

Je nach Situation werden zusätzliche Partner zur Klärung und Koordination des weiteren Vorgehens beigezogen – etwa weitere arbeitgeberseitige Vertreter, Vertreter von Versicherern (Pensionskasse) oder Ärzte.

Das Gespräch (auch „Roundtable“ genannt) wird von der IV organisiert. Sie lädt alle relevanten Stellen und Institutionen ein und bereitet das Gespräch vor, indem sie die erforderlichen Informationen zusammenstellt.

In dem Gespräch setzen Arbeitgeber, IV-Stelle und Unfallversicherer schliesslich gemeinsam fest, wer die berufliche Eingliederung Ihrer Mitarbeiterin koordiniert. Zudem werden die Massnahmen bestimmt, die den Arbeitsplatzerhalt und/oder die Arbeitsmarktfähigkeit Ihres Mitarbeiters fördern sollen. Die Verantwortlichkeiten, die Kostenbeteiligungen und die Kommunikationswege werden dabei verbindlich geklärt.

Die IV-Stelle unterstützt zunächst alle Massnahmen, die Ihren Mitarbeiter zurück an den Arbeitsplatz bringen. Besonders wichtig ist es deshalb, dass Sie der IV folgende Informationen/Unterlagen zustellen (sofern Sie diese nicht bereits dem Arbeitgeberfragebogen beigefügt haben):

  • Vom Mitarbeiter bereits durchgeführte Arbeitsversuche
  • Für die Mitarbeiterin vorgenommene Anpassungen am Arbeitsplatz
  • Für die Mitarbeiterin eingeleitete Umplatzierungs-/Umschulungsmassnahmen
  • Weitere Massnahmen, die Sie umgesetzt oder angedacht haben

Können und wollen Sie Ihren Mitarbeiter weiter beschäftigen? Überlegen Sie sich, welches sowohl für Sie als auch Ihre Mitarbeiterin langfristig eine gute Lösung ist. Die zuständige IV-Stelle oder Ihr Unfallversicherer unterstützt Sie dabei.

Eine erfolgreiche Rückkehr an den Arbeitsplatz kann sich positiv auf das Betriebsklima auswirken. Sie zeigt Ihre Wertschätzung dem einzelnen Mitarbeiter gegenüber – dies fördert das Vertrauen aller Mitarbeitenden in Sie und stärkt deren Bindung zu Ihrem Unternehmen.

Sie finden für Ihren Mitarbeiter/Ihre Mitarbeiterin mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen in Ihrem Unternehmen keine passende Stelle und müssten diesem kündigen oder haben bereits gekündigt? Bei dieser Ausgangslage besprechen Sie das weitere Vorgehen mit der zuständigen IV-Stelle und Ihrem Mitarbeiter, damit es nicht zu einer Ausgliederung kommt. Zeigen Sie auf, dass Sie bereits verfügbare Möglichkeiten geprüft haben und fragen Sie nach Unterstützung.

Bitte informieren Sie die bis dahin involvierten Versicherer über die Kündigung (Unfallversicherer, IV-Stelle, Vorsorgeeinrichtung/Pensionskasse).

Rechtliche Grundlagen

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